Sichern und Begrünen des Erlbachufers zwischen Töppeln und Gera

Am Ufer des Erlbaches kam es zu einer Auskolkung der Böschung und damit zu einer Gefährdung der angrenzenden Infrastruktur. Zur Sicherung des Erosionsgefährdete Gewässerufer wurde entschieden das Ufer mit naturnahen Bauweisen zu sichern.

Durch Verwendung naturnaher Techniken des Bauens können gleichzeitig Ufersicherungen errichtet sowie naturnahe Strukturen und Vegetationsbestände geschaffen werden. Schon nach kurzer Entwicklungszeit sind die technischen Bauweisen kaum noch erkennbar. Dafür bilden sich vielfältige Pflanzen- und oder Gehölzbestände, die den natürlichen Standortverhältnissen entsprechen, eine hohe Lebensraumqualität für Flora und Fauna bieten, klimatische Ausgleichsfunktionen übernehmen und das Orts- und Landschaftsbild deutlich aufwerten.

Nachher
Einbau der Raubäume
Einbau von Lenkbuhnen zum Schutz der Gewässerböschung
Vorher
Sichern der Raubäume mittels Pfahlhölzer
Einbau kulturfähiger Boden

Zum Einsatz kam der Einbau von Raubäumen und der Einbau von Lenkbuhnen zum Schutz der Gewässerböschung. Dabei wurden folgende Materialien verbaut:

  • Einbau Lenkbuhne mittels Wasserbausteinen             7,5 m
  • Einbau von Raubäumen                                                   2 stck.
  • Wiedereinbau von Gehölzen als Ufersicherung            35 m²
  • Einbringen von Steckhölzern                                           15 m²
  • Steinschüttung CP 90/250 liefern und einbauen       26,68 to
  • Wasserbausteine LMB 10/60 liefern und einbauen  26,04 to
  • Lieferung und Einbau kulturfähiger Boden                      10 to

Die Steinschüttung sowie ein Teil der Wasserbausteine wurden für die Auffüllung des Kolkes benötigt. Weiterhin wurden die Steine für den Unterbau der Raubäume und für den Übergänge von den Bäumen zur Böschung benötigt. Im Anschluss wurde die Böschung mit einer Saatgutmischung angesät.

Ausgeführt wurde die Maßnahme von der Firma Garten-Tief- und Landschaftsbau Ewert aus Hartmannsdorf. Die Kosten für die gesamte Maßnahme betrugen ca. 9.000 €.

Starkregenereignisse September 2022

In der letzten Woche traten in mehren Regionen in unserem Verbandsgebiet Starkregen-Niederschläge auf. Dadurch wurden plötzliche und heftige Überflutungen (auch Sturzflut genannt) ausgelöst welche zu Schäden der Infrastruktur und der Gewässer geführt haben.

Die folgenden Bilder zeigen die Schäden und Folgen der Starkniederschläge.

Entschlammung Brütebach Ortslage Zeulsdorf

Die Bilder zeigen den Zustand vor der Durchführung der Entschlammung. Am Durchlass ist eine deutliche Ablagerung zu sehen.

Diese Bilder zeigen, wie viel Schlamm in den vergangenen Jahren allein in einem so kurzen Abschnitt angefallen ist. Im letzten Bild lässt sich die Profilvergrößerung, welche durch die Maßnahme erreicht wurde, erkennen.

Eine besondere Schwirigkeit bei dieser Maßnahme war die Zufahrt, welche für den Friedhof erfolgen musste. Bei der Maßnahme wurde ca. 114 m Gewässerprofil wieder hergestellt dabei wurden ca. 750 kg Grünschnitt entsorgt und ca. 6 t Sedimente aus dem Profil entfernt.

 

Zum Abschluss der Maßnahme wurde der Gewässerverlauf in Höhe des Friedhofes profiliert.

Workshop „ingenieurbiologische Bauweisen“

Ausgangssituation

In der Gemeinde Kraftsdorf verläuft der Radweg zwischen Töppeln und Niederndorf parallel zum Erlbach. Durch den natürlichen Verlauf des Erlbaches bewegt sich das Gewässer auf den Radweg zu und gefährdet in diesen Bereichen die Standsicherheit. Bei einer unterlassenen Unterhaltung kann es zu einer Unterspülung des Radweges und damit zu einem Einsturz des Radweges kommen. Um die angrenzende Infrastruktur zu schützen und trotzdem Rücksicht auf die Natur zu nehmen, wurde entschieden die Ufer mittels Lebendverbau = ingenieurbiologische Bauweisen zu sichern.

Standort 1
Standort 2
Standort 3

Idee Workshop/Nebeneffekte

Da uns in unserem Verband die umfassenden Kenntnisse zur Umsetzung von ingenieurbiologischen Bauweisen fehlten, entstand die Idee die Umsetzung als Workshop zu gestalten. Somit konnte eine äußerst Effektive Verbindung (lernen am praktischen Beispiel und gleichzeitig die Sicherung der Böschungen am Erlbach) hergestellt werden. Um auch anderen GUV die Möglichkeiten zum Lernen am praktischen Beispiel zu ermöglichen, nahmen am Workshop noch 3 weitere GUV teil. Dadurch konnte auch hier sinnvolle Synergieeffekte erzeugt werden, indem sich die Flussarbeiter der GUV kennenlernen und Kontakte knüpfen. Außerdem fand dadurch auch ein sinnvoller Erfahrungsaustausch untereinander (Technik, Maßnahmen, Knowhow, Personal) statt.

Ergebnis/Ziele

Ziel des gemeinsamen Workshops war es verschiedene ingenieurbiologischen Bauweisen anzuwenden, bei deren baulichen Umsetzung Erfahrungen zu sammeln. Außerdem konnten während der Durchführung sofort Probleme bzw. mögliche Fehler aufgezeigt sowie in der Gruppe diskutiert werden.

Lösungen

Zu Beginn wurden mögliche ingenieurbiologische Bauweisen in der Theorie behandelt. Um die passenden Bauweisen auszuwählen wurde die Ist-Situation Vor-Ort Besichtigt. Im Anschluss erfolgt die Auswahl der geeigneten Bauweisen. Die Umsetzung wurde vorerste gemeinsam im „Schulungsraum“ besprochen.  Folgende 4 Bauweisen  wurden ausgewählt:

    • Baumstammbuhne
    • Dreiecksbuhne
    • Inklinante Lenkbuhne
    • Weidenspreitlage
Anschließend ging es zur praktischen Umsetzung.
Baumstammbuhne
Dreiecksbuhne
Inklinante Lenkbuhne
Weidenspreitlage
Fazit

Nach 3 Tagen „harter Arbeit“ waren alle sehr zufrieden. Gerade das Lernen am praktischen Beispiel hat allen sehr gut gefallen und wird auch in Zukunft noch in Erinnerung bleiben. Denn bekanntlich merken wir uns ja 90% von dem was wir selber tun.

Wir möchten darauf hinweisen das dieses Foto nach Feierabend aufgenommen wurde 😉
© GUV Weiße Elster/Saarbach